14 Mai 2022

Vinschger Paarlen




Letzten Sommer durften wir trotz aller Umstände ins Südtirol in die Ferien.
Es ist die alte Heimat meiner Eltern und wir Kinder haben dazu einen besonderen Bezug. 
Unsere Grosseltern und einige Verwandte lebten dort.
Als Kind waren unsere Ferien ausschliesslich im Südtirol bei der Familie.

Nun hat die Zeit vieles geändert, viele Familienangehörige sind gegangen, 
doch die Verbundenheit zu dieser Region in Italien ist geblieben.

Besonders das Vinschgerl Paarl hat es mir und allen hier angetan. 
Drum war es in der letzten Zeit mir ein grosses Bedürfnis, 
mich mich den alten Begebenheiten von damals und einem möglichst authentischen Rezept zu beschäftigen und zu suchen.

In meiner Recherche vor einem Jahr, stiess ich auf das obige Buch:
Brot im südlichen Tirol,  Arunda Verlag
.
Heimatforscher aus Südtirol hatten sich mit dem Brot, den Brotbacköfen, dem Getreide und verbundenen Traditionen beschäftigt und ein Buch mit vielen schönen alten Bildern heraus gegeben.

Während den Ferien letzten Sommer hoffte ich, es in einem Buchladen zu finden.
Doch es schien vergriffen.

An einem Besuch vor Ort an einem Antikmarkt, stiess ich per Zufall? auf dieses Buch. 
Es lag einfach so da und ich nahm es mit.

Ich habe es von A-Z gelesen, vieles kam mir aus meiner Kindheit wieder in den Sinn.

Vinschgauer sind handtellergroße, zwei bis drei Zentimeter dicke Fladenbrötchen aus einem Roggen-Weizen-Sauerteig und Hefe. Sie stammen aus der Region Vinschgau in Südtirol, woher sie auch ihren Namen haben. Zu den Südtiroler Vinschgerlen gehört auch das verwandte Schüttelbrot. Bei traditioneller Herstellung werden Vinschgauer paarweise zusammenhängend gebacken und dann als Vinschger Paarlen bezeichnet. Vinschgauer haben durch ihre flache Form einen hohen Krustenanteil, schmecken sehr würzig und halten sich durch den hohen Roggenanteil und die Sauerteigbasis mehrere Tage lang frisch. 



Es hat wunderschöne alte Fotos aus dieser Zeit, Bilder aus einer mühseligen 
und doch wohl zufriederen Zeit, als vielerorts heute.


Traditionellerweise wurde das Brot nur 1-2x pro Jahr und dann in Massen gebacken.
Es wurde aufbewahrt und konnte auch gut hart gegessen werden.
Dank der besonderen Gewürze war das Brot sehr bekömmlich und vor Ungeziefer geschützt.

Die Kinder nagten an den Brotstücken, die Alten legten es in Milchkaffee ein.


Man achte auf die Hände, der Teig ist nicht knetbar, sondern ist eine zähe, klebrige Masse.


Und hier ganz wichtig, eine Gramml.

Damit hatte/hat man das harte Vinschgerl dann in kleine Stücke zerlegt.


Das Buch ist ein kleiner Schatz und ich freue mich wahnsinnig, es besitzen zu dürfen.

Leider hatte es im ganzen Buch kein Rezept. 
Es wurde darauf hin gewiesen, dass es je nach Region und Hof etwas anders gebacken wurde.

Die Hauptbestandteile sind aber praktisch überall die gleichen:

Roggenmehl, Salz, Sauerteig, Kümmel, Anis, Brotklee (und Koriander, aber nicht überall)

Sauerteig



Eben gerade diese Aromen, bestehend aus Anis, Koriander, Kümmel 
und den Brotklee ( der auch Schabzigerkraut oder Zigeunerkraut genannt) 
geben diesem Brot das Besondere.

Sauerteig

In meiner Recherche ist der Sauerteig ja eigentlich eines der ältesten Triebmittel für's Brotbacken  überhaupt. Viele Bäcker im Südtirol verwenden keinen Sauerteig mehr im Vinschgerl. Ich jedoch finde, dass die Säuere dem Brot nur noch mehr Geschmack verleiht.

Ich hatte einen Sauerteig auf Basis TS200 angesetzt, also 50g Roggenmehl/50g Wasser, 
das im Rezept nicht genau vermerkt war. Es erwies sich als genau richtig.

Brühstück

Dieses Rezept hat noch ein kleines Geheimnis, 
ein Brühstück und zusätzlich einen Frischhefevorteig.
Ich war zunächst skeptisch, doch die Vinschgerln bleiben lange frisch und der zusätzliche Trieb im Teig gibt das typische Bild eines lockeren Inneren.

Frischhefevorteig

Vinschgerl-Teig ist nicht fest!!
Er ist ein zähflüssiger Teig, der nicht geknetet werden kann. 
Lediglich ein gutes Durchmischen mit den Händen ist möglich.



Mit gut bemehlten Händen wird eine Handvoll Teig aus der Schüssel genommen und auf das Blech gelegt.
Typischerweise zwei nebeneinander, so gibt es dann die bekannten "Paarlen".
Es ist eine rechte Sauerrei und die Hände kleben stark, drum nicht mit dem Mehl sparen.


Ich habe sie dann noch mit Mehl bestäubt und 
sicher 1-1.5h aufgehen lassen ( Doppeltes Volumen), 
bis sie die "Risse" und Löcher des Teigtriebes aufgezeigt hatten.


In den vorgeheizten Ofen gut durchbacken und auf dem Gitter auskühlen lassen.
Das Aroma der Gewürze bildet sich erst nach gutem Abkühlen und den nächsten Tagen.
Das Brot scheint dann jeden Tag etwas aromatischer zu schmecken.


Der Genusstest in der Familie haben die Vinschgerln bestanden, 
stammen meine Eltern aus dem Vinschgau und die müssten es ja wissen;)
Ein kleines Stück alte Heimat.


Das Rezept ist nicht von mir, sondern von einem Bäckermeister aus dem Vinschgau/Südtirol.
Das Rezept habe ich nach langem suchen und Anfragen unter der Hand erhalten 
und darf es auch nicht weiter geben.
Ich hoffe da auf Euer Verständnis.

Es gibt aber einige gute Rezepte, die jedoch nicht all diese oben genannten Eigenschaften haben.
Vielleicht lässt sich der eine oder andere erwähnte Tipp von mir ergänzen.


Die Menge der Zutaten und der Brotlaibe auf meinen Fotos lässt schliessen, 
dass es für 3 volle Backbleche gereicht hat. 
Es waren über 2.5kg Teig, die ich verbacken habe.
Etwas weniges schlummert noch eingefroren im Gefrierschrank, 
da ich nicht alles auf's Mal essen wollte/konnte 
und so immer wieder mal ein Brot genüsslich verspeisen darf.

Und hier noch einen wunderschönen Film, 


Meine kleine Hommage an unser liebstes Brot in der Familie.

Herzlich, Rita



Geschichte des Vinschger Paarl

 

Die Geschichte des Brotes im Alpenraum beginnt mit Brotfunden aus dem 4. Jahrtausend in der Schweiz. 
Aus Südtirol gibt es Belege für Spelzgerste und Einkorn bereits aus dem Neolithikum. Die Römer bauten in Südtirol Weizen, Gerste, Roggen und Hirse an, wobei sich vor allem Roggen als widerstandsfähiges Korn durchsetzte. Bedingt durch das rauhe, aber relativ trockene Klima und durch die Abgeschiedenheit der bäuerlichen Hochsiedlungen, entwickelte sich in Südtirol schon im angehenden Mittelalter eine eigene Art der Vorratswirtschaft. 
Eine der gängigsten Brotsorten war schon im Mittelalter das "Vinschger Paarl". Das "Ur-Paarl nach Kloster Art" ist die ursprüngliche und älteste Variante des typischen schmackhaften Brotes aus dem Vinschgau aus dunklem Roggenmehl. In der traditionellen Form werden, wie der Name bereits andeutet, zwei rund geformte flache Laibe zu einem "Paar" vereint. Das Originalrezept gehört den Benediktinermönchen des Klosters Marienberg (oberhalb Burgeis) und die Bäcker, die sich an ihre Anweisungen halten, stellen das Ur-Paarl mit natürlicher Hefegärung aus Roggenmehl her. 
Auch heute noch findet man an verschiedenen Bergbauernhöfen den typischen Brotbackofen neben dem Bauernhaus. Vielfach wird dort noch 2-3 Mal jährlich eine große Menge an Vinschger Paarlen gebacken, die dann in der Vorratskammer aufbewahrt werden. Zum Trocknen wurden die Paarlen in den Brotrahmen geschichtet, geschnitten wurden die harten Paarlen dann in der Gramml (ugs. Gromml). Das Vinschger Paarl darf bei einer zünftigen Südtiroler Marende nicht fehlen, aber auch in getrocknetem Zustand ist es Basis herrlich schmackhafter Gerichte, wie z. B. für die Vinschger Brotsuppe.
Geschichtlichen Überlieferungen zufolge wurden früher nach Beerdigungen beim "Leichenschmaus" nur halbe Paarlen gereicht.
















 

11 Mai 2022

Projekttasche ABIES


Überall zu sehen; Projekttaschen;)
Daher und auch weil ich meinen Stoffvorrat verkleinern möchte, 
habe ich mir eine solche Tasche genäht.
 

Meine Nähmaschine habe ich schon länger nicht mehr benützt und dieses Projekt war genau richtig.


Das Zuschneiden der Einzelteile und das Bügeln war wohl der grösste Aufwand.
Das Nähen dann nur noch das Dessert.


Die Anleitung von Fabelwald ist kostenlos und sehr gut beschrieben und bebildert.
Vielen Dank hier an Fabelwald!


Im Inneren habe ich die vorgeschlagenen Taschen genäht, die sehr praktisch sind.


Zum Schluss musste ich dann schön langsam dicke Stoffschichten zusammen nähen, 
das verstärkte Aussenteil, das Futterteil und die Schnurtunnels.


Der Stoff ist übrigens aus einer Restekiste, den ich mir lange aufgespart hatte. 
Die Vögel und die Blumen finde ich so schön.


Die Tasche kann in verschiedenen Grössen genäht werden, ich habe die Standardgrösse gewählt, 
die sich als genau richtig erwies. Es passen locker mehrere Knäuel Garn, das Gestrick und sogar noch mein Abroller rein.


Die andere Seite mit gelben Blumen. 


Und hier noch am Stricktreffen in Rüeschlikon/ZH.
Jeden 1. Montag Abend ab 19.00-22.00 Uhr im alten Bahnhöfli.


Eine zweite Tasche ist bereits genäht, aber noch kein Foto gemacht;)

Allen einen schönen Nachmittag und Projekttaschen gehen immer!

Herzlich Rita




17 April 2022

Osterhühner

Den Flügel habe ich angeleimt, so bleibt das Huhn standfest und stabil.



Etwas Kleines zu Ostern verschenke ich gerne an die Familie.
Das Süsse steht nicht mehr ihm Vordergrund.

Dieses Mal machte ich diese lustigen Origami-Hühner.

Ziemlich flott gefaltet, enthält das Huhn ein kleines Fach, das am Rücken aufgeklappt werden kann.
Der kleinste Osterhase, den ich finden konnte, hatte gerade mal Platz;)

Schnabel und Kamm mit rotem Filzstift angemalt und fertig ist das Osterhühnchen.






Meine Hühnchen habe ich mit etwas Papiergras und ein paar Schoggieiern 
in ein kleines Säckli verpackt und werden heute verteilt;)


Klein aber fein;)

Allen einen sonnigen und friedlichen Ostersonntag!

Herzlich, Rita



 

27 März 2022

Zuckerwatteblütenbaum



Jedes Jahr blüht mein Lieblingsbaum in Nachbars Garten. 
Ich liebe diesen Baum sehr.


Ich musste wieder viele Fotos machen und Euch zeigen.





 


Blüht nun schon mehrere Tage in vollster Pracht und ich hoffe fest, 

er bleibt noch lange da stehen.



Allen einen wunderschönen, frühlingshaften Sonntag!


Herzlich, Rita



06 März 2022

Friedenstauben verschenken




Was soll ich auch sagen? 
Mir fehlen die Worte, 
um zu beschreiben wie machtlos, hilflos,
 traurig und auch etwas verängstigt ich bin, mit der Krisensituation....

Ich möchte mich nicht politisch äussern, doch irgend etwas möchte ich "TUN".

So habe ich angefangen, Origami- Täubchen zu falten.
(Haufenweise Youtubfilme gibt's dazu)

Ich trage sie in meine Kindergärten, die ich unterstützen und begleiten darf.


Ich verschicke Briefe an liebe Freundinnen und verschenke sie in der Familie und an Freunde.


Denn ein Konflikt, sei er noch so gross, entsteht aus einem kleinen Gedanken-Samenkorn,
 es wächst heran und wird immer grösser, 
wenn man es mit dem füttert, das eben dieses Samenkorn braucht:
 Enttäuschungen, verbale Verletzungen, Missverständnisse, Ärger, Wut, Hass,  Streit.......

Etwas Frieden schenken, etwas Liebe und Aufmerksamkeit 
können bereits dazu beitragen, in uns und um uns, 
Frieden mit der Familie, Freunde und Bekannten zu wahren.


Es ist mein kleiner Beitrag, hier wenigstens etwas Frieden zu erhalten, 
das Gute zu pflegen und mit der Situation fertig zu werden.


Ich lass noch etwas Tauben fliegen.....


Allen einen schönen Sonntag!

Herzlich, Rita



 

28 Februar 2022

Rosenchüechli

 



Alles hat damit angefangen, dass wir auf der Rückreise 
unserer Skiferien über den Brünigpass fuhren.
Ich wusste von dem besonderen Brockenhaus im alten Bahnhof auf dem Brünig 
und wollte da einfach mal kurz rein, um mich etwas umzusehen.
( Ein Besuch ist es immer wert!!!)


In einem Nebenraum voller alter und auch besonderer Dinge, 
griff ich plötzlich zu diesem alten Rosenchüechli- Eisen.
Ich wusste genau, was das war, denn früher gab es bei uns Zuhause 
vom alten Beck diese köstliche, knusprigen Waffeln an der Fasnacht.


Für gerade mal 20.- durfte ich es heim nehmen. 
Der Rost machte mir etwas Sorgen und mein Mann blickte  auch etwas skeptisch.


 Mit etwas Recherche im Internet und 2 Liter Essig,  
Geduld, viel Einlegen und putzen, war das Eisen dann nach 3 Tagen sauber!!




Das Suchen nach einem Rezept war nun die weitere Schwierigkeit. 
Ich brauchte 2 Anläufe, bis ich das Gefühl hatte, dem Geschmack und der Konsistenz meiner Erinnerungen gerecht zu werden.

Ich wurde hier fündig: dem Chüechlihuus in Langenthal
Das Rezept habe ich auf Instagram dieser Webseite gefunden.
Die kleine Menge reicht kaum, um das Eisen in den Teig zu tauchen, darum habe ich es hier verdoppelt.
Es geht nämlich besser, wenn mehr Teig zum Tauchen da ist.

Rosenchüechli

Zutaten:

280g Weissmehl
2 EL Zucker
1 Prise Salz
4dl Milch
4 Eier

2lt Frittieröl

Alles zu einem sämigen Teig zusammenrühren und ca 12h ruhen lassen.

Das Öl auf gute 180 Grad in einer Fritteuse oder Pfanne aufheizen 
und die Hitze bitte im Auge behalten.
Das Eisen im heissen Öl aufwärmen, ca. 1min im Öl einlegen.
Ist das Eisen zuwenig heiss, bleibt der Teig am Eisen nicht kleben, 
sondern läuft runter.

Dann das Eisen in den Teig tauchen, das Eisen muss im Teig etwas zischen.
Wichtig: Das heisse Eisen darf nicht vollständig in den Teig getaucht werden, sonst lässt sich später die Waffel nicht vom Eisen lösen!!

Das Eisen mit dem Teig in das heisse Öl halten und den Teig goldgelb ausbacken.
Entweder kommt die Waffel mit etwas schütteln selbst runter oder Du musst mit einer Gabel oder Messer nachhelfen.
Vielleicht ist in der Mitte der Teig noch etwas hell, dann einfach die Waffel im heissen Öl drehen und fertig backen.

Rausnehmen und auf einem Küchentuch oder Küchenpapier abtropfen lassen.

Etwas Staubzucker darüber und möglichst frisch geniessen;)



Eisen aufwärmen


Heisses Eisen in den Teig tauchen.



Mein "Schlachtfeld", nicht alle sind ganz geblieben, aber das macht nichts;)


Das Rosenchüechli-Eisen kommt ursprünglich aus dem Süddeutschen Raum, Ostschweiz.
Es soll ein traditionelles Geschenk der Schwiegermutter an die Schwiegertochter gewesen sein.
Sollte diese nämlich nicht backen können, 
so wenigstens bei Besuch schnell ein paar Chüechli heraus backen.
Als ich fand das hier schon etwas schwierig und nicht gerade einfach.....

Die Eisen sollen in der Form damals nach Region und Familie anders ausgesehen haben, 
mit Initialen in der Mitte der Familie.
Diese alten Eisen werden nicht mehr produziert, wie ich herausgefunden habe.
Es soll sogar noch Schmiedearbeiten gewesen sein.

Neuartigere Modelle in kleiner Form und anderer Machart, gibt es aber zu kaufen.


Ich freue mich sehr über meinen Fund und habe nun ein weiters "Spielzeug" in der Küche;)






Allen wünsche ich einen schönen Güddismontag!

Habt Sorge zu einander!

Herzlich, Rita




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